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Digitaler Tacho
Neue Regelungen bei den EU-Kontrollgeräten
Beträgt die höchste zulässige Gesamtmasse (hzG) eines Fahrzeugs oder einer Fahrzeugkombination (Zugfahrzeug mit Anhänger) zur Güterbeförderung* mehr als 3,5 Tonnen, so muss ein EU-Kontrollgerät (Tachograph) mit an Bord sein.

Diese Vorschrift gibt es schon seit 1994. Sie soll zur Überprüfung dienen, ob sich LKW-Lenker und Transportbetriebe an die in der EU/EWR gültigen Gesetze zu den Lenk- und Ruhezeiten halten.

In den letzten Jahren wurde die generelle Richtlinie jedoch immer wieder aktualisiert. Wir möchten an dieser Stelle mit allen Missverständen aufräumen und Sie über die seit 01.01.2010 geltenden Regeln und Ausnahmen informieren.

*Achtung: Unter Güterbeförderung ist nicht nur die Tätigkeit der gewerblichen Güterbeförderung, sondern auch die des Werkverkehrs zu verstehen!

Was muss beachtet werden? Wie ist das EU-Kontrollgerät anzuwenden?

Es gibt zwei Varianten von EU-Kontrollgeräten:

  • analoges Kontrollgerät: ein besonderer „Fahrtschreiber“, bei dem der Fahrer bei Stillstand des Fahrzeuges mit einem sogenannten „Zeitgruppenschalter“ die aktuelle Verwendungsart einstellen kann (Lenkzeit, Fahrtunterbrechung, Bereitschaftszeiten, Ruhezeit etc). Die Aufzeichnung der Daten erfolgt durch Linien auf einem Schaublatt (= Tachoscheibe).

  • digitales Kontrollgerät: neues Gerät, das die relevanten Zeiten elektronisch im Gerät und auf einer Fahrerkarte aufzeichnet. Die Einstellung der Verwendungsarten erfolgt über die Tastatur.
Alle seit 1. Mai 2006 erstmals zum Verkehr zugelassen LKW über 3,5t hzG und Busse mit mehr als acht Fahrgastplätzen müssen (sofern keine Freistellung von der Ausrüstungspflicht gilt) mit einem digitalen Kontrollgerät ausgerüstet sein.

Das EU-Kontrollgerät muss auch vom selbst fahrenden Unternehmer unter Einhaltung sämtlicher Benutzungsvorschriften verwendet werden!

Folgende Fahrzeuge sind vom EU-Kontrollgerät freigestellt (VO 561/2006/EG):

  • Fahrzeuge oder Kombinationen zur Güterbeförderung bis 3,5 t zulässige Höchstmasse
  • Fahrzeuge zur Personenbeförderung bis zu 8 Fahrgastplätzen
  • Fahrzeuge bis 40 km/h zulässiger Höchstgeschwindigkeit
  • besondere Pannenhilfefahrzeuge im Umkreis von 100 km von ihrem Standort
  • Fahrzeuge für Probefahrten und zum Zweck der technischen Entwicklung
  • Fahrzeuge zur privaten Güterbeförderung bis 7,5 t zulässiger Höchstmasse
  • historische Fahrzeuge zur privaten Güter- oder Personenbeförderung

    In Österreich gelten seit 1.1.2010 folgende weitere Ausnahmen (Auszug):

  • Fahrzeuge im Ortslinienverkehr (Bus), bei denen Anfangs- und Endpunkt sowie die Haltestellen innerhalb desselben Gemeindegebietes/innerhalb aneinandergrenzender Gemeinden liegen, sind bis Ende 2013 von einigen Kontrollgerätpflichten befreit, wenn Aufzeichnungen in der Betriebsstätte aufliegen.

    Gänzliche Befreiung von sämtlichen Kontrollgerätpflichten:

  • Fahrzeuge, die von Landwirtschafts-, Gartenbau-, Forstwirtschafts- oder Fischereiunternehmen zur Güterbeförderung im Rahmen ihrer eigenen unternehmerischen Tätigkeit in einem Umkreis von bis zu 100 km vom Standort des Unternehmens benutzt oder ohne Fahrer angemietet werden

  • Fahrzeuge der Straßenbauämter der Gebietskörperschaften (wenn Lenker Landes/Gemeindebediensteter ist)

  • Spezialfahrzeuge, die Ausrüstungen des Zirkus- oder Schaustellergewerbes transportieren

  • Fahrzeuge, die ausschließlich auf Straßen in Güterverteilzentren wie Häfen, Umschlaganlagen des Kombinierten Verkehrs und Eisenbahnterminals benutzt werden

  • Fahrzeuge, die innerhalb eines Umkreises von bis zu 50 km für die Beförderung lebender Tiere von den landwirtschaftlichen Betrieben zu den lokalen Märkten und umgekehrt oder von den Märkten zu den lokalen Schlachthäusern verwendet werden

  • Fahrzeuge mit 10 bis 17 Sitzen, die ausschließlich zur nichtgewerblichen Personenbeförderung verwendet werden

    Befreiung von sämtlichen Kontrollgerätpflichten, wenn das Lenken des Fahrzeuges für den Lenker nicht die Haupttätigkeit darstellt:

  • Fahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen bis 7,5 t höchstzulässiger Gesamtmasse, die in einem Umkreis von 50 km vom Standort des Unternehmens zur Beförderung von Material, Ausrüstungen oder Maschinen benutzt werden, die der Fahrer zur Ausübung seines Berufes benötigt

  • Fahrzeuge, die von den zuständigen Stellen für Kanalisation, Hochwasserschutz, Wasser-, Gas- und Elektrizitätsversorgung, den Telegramm- und Telefonanbietern, Radio- und Fernsehsendern sowie zur Erfassung von Radio- bzw. Fernsehsendern oder -geräten eingesetzt werden

    Befreiung nur von der Pflicht zur Fahrtunterbrechung (normalerweise nach einer Lenkdauer von 4,5 Stunden 45 Minuten Lenkpause):

  • Fahrzeuge, die zum Sammeln von Rohmilch bei landwirtschaftlichen Betrieben verwendet werden

  • Spezialfahrzeuge für Geld- und/oder Werttransporte

  • Fahrzeuge, die von den zuständigen Stellen zur Hausmüllabfuhr eingesetzt werden

  • Fahrzeuge, die von den Straßenbauämtern für den Winterdienst eingesetzt werden (Hinweis: Wenn diese Fahrzeuge von Landes- oder Gemeindebediensteten gelenkt werden, tritt eine gänzliche Befreiung von der Kontrollgerätepflicht ein)

    Jene Fahrzeuge, die nun von der Kontrollgerätpflicht nicht mehr ausgenommen sind (weil die bisherige Ausnahme weggefallen ist), müssen seit 1.1.2010 mit einem EU-Kontrollgerät ausgerüstet sein, wobei ein schon bisher eingebautes analoges Kontrollgerät nicht auf ein digitales Kontrollgerät umgerüstet werden muss.

  • Fahrzeuge/Kombinationen bis 7,5t hzG von Universaldienstanbietern des Postdienstes sowie Fahrzeuge/Kombinationen mit alternativen Antriebsenergien (Gas, Elektro), jeweils im Umkreis von 50 km vom Unternehmensstandort

  • Fahrzeuge im Einsatz der Straßenbauämter, deren Lenker nicht Landes/Gemeindebedienstete sind

  • Fahrzeuge, die für Kanalisation/Hochwasserschutz/Wasser-/Gas-/Elektrizitätsversorgung sowie für TV/Rundfunk/Telefonanbieter eingesetzt werden, wenn das Lenken die Haupttätigkeit des Lenkers darstellt

  • Fahrzeuge der Hausmüllabfuhr, Milchsammelfahrzeuge, Geld-und Werttransportfahrzeuge

    Problemfall LKW bis 3,5 t mit fallweisem Anhängerbetrieb:

    LKW bis 3,5t hzG sind von der Kontrollgerätpflicht ausgenommen. Ist allerdings ein LKW bis 3,5t hzG wegen fallweisem Anhängerbetrieb (und aufgrund der damit verbundenen Überschreitung der Gewichtsgrenze) mit einem analogen oder digitalen Kontrollgerät ausgerüstet, braucht das Kontrollgerät ab 1.1.2010 nur mehr für die Geschwindigkeitsmessung verwendet zu werden, wenn ein Fahrtenbuch geführt wird.

    Es besteht daher nun ein Wahlrecht zwischen
  • der ordnungsgemäßen Verwendung des eingebauten EU-Kontrollgeräts, oder
  • der Führung eines Fahrtenbuches.

    Wenn die Führung eines Fahrtenbuches gewählt wird, reicht es aus, das Kontrollgerät nur mehr zur Geschwindigkeitsmessung zu benutzen. Bei eingebautem analogen Kontrollgerät ist ein geeignetes Schaublatt einzulegen, der Name des Lenkers muss aber nicht eingetragen werden.

    Anhänger – Arbeitsmaschinen

    Bei Überschreiten der Gewichtsgrenze von 3,5t hzG durch Ziehen einer „Anhänger-Arbeitsmaschine“ besteht keine Kontrollgerätpflicht, da mit der Arbeitsmaschine keine Güter befördert werden können. Dies gilt u.a. für fahrbare Kompressoren oder Estrichmaschinen.

    Weitere Informationen zum Thema Fahrerschulungen oder Berufskraftfahrer- Weiterbildung C95, D95 finden Sie unter www.Fuhrpark-Service.at